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Zierlich sollen sie sein, butterweich einkuppeln und einen
geschlossenen, kurzgekuppelten Zugverband ermöglichen. Anforderungen an
ein H0-Kupplungssystem, die bisher kein Hersteller erfüllt.
Das Angebot
Die Firma Roco bzw. Röwa war mit der Einführung der ersten echten
Kurzkupplung der Vorreiter. Die Optik war seinerzeit nicht entscheidend,
vielmehr wurde dem Kunden erstmals ein optisch ansprechendes Zugbild
ermöglicht. Die langen Kupplungsköpfe können jedoch an
kleinen Tenderlokomotiven wenig überzeugen.
Da sieht die Fleischmann-Kupplung schon besser aus, zumal man die
vordere Führung getrost abkneifen kann. Zudem lässt sich der KK-Kopf
auch mit einem einfachen Haken an kleinen Triebfahrzeugen sicher
einkuppeln. Allerdings, selbst wenn man den Sicherungsbügel verjüngt,
kuppelt die Fleischmann-Kupplung zwar etwas weicher ein, doch
befriedigen kann der Betrieb dann immer noch nicht. Insbesondere, wenn
man einen einzelnen Güterwagen an der Ladestraße "abholt", muss man fast immer von Hand eingreifen, möchte man nicht mit
"Anlauf" an den Wagen heranfahren.
Die Märklin-Kurzkupplung ist sehr betriebssicher. Sind die
Bügel in der Höhe optimal justiert, lassen sich die Fahrzeuge
butterweich ankuppeln. Bleibt nur noch das optische Manko dieser
ansonsten überzeugenden Kupplung. Weiterer Vorteil: An Lokomotiven
reicht ein einfacher Haken und man muss die Pufferbohlen der
Triebfahrzeuge optisch nicht ruinieren.
Kadee ist führend auf dem amerikanischen Markt. Allerdings fahren
hier die Fahrzeuge ohne Puffer. Kadee ist keine "echte"
Kurzkupplung. Außerdem hat die Kupplung einen Knickpunkt und ist damit
für die Kurzkupplungs-Mechanik an unseren Fahrzeugen nicht geeignet.
Besonders S-Bögen und das Schieben von ganzen Zugeinheiten bringt
Probleme. Das Ankuppeln funktioniert allerdings mit Kadee unübertroffen
gut.
Die Lösung
Nachdem zahlreiche Fleischmann-Kupplungen optisch und mechanisch
verbessert wurden, kam die Ernüchterung beim Rangierbetrieb im
Modell-Bahnhof Hofheim unseres Clubmitgliedes Dietmar Hauser. Der
Betrieb konnte einfach nicht überzeugen, da bei der Verteilung
einzelner Güterwagen an den zahlreichen Ladestellen immer wieder von
Hand eingegriffen werden musste.
Nachdem Versuchsfahrten mit der Kadee-Kupplung auf der Anlage
"Bad Seefeld" ebenfalls nicht befriedigend verliefen, rückten
wir der Märklin-Kupplung zu Leibe. Die beiden Führungen wurden
abgetrennt, der Bügel an den Außenseiten verjüngt und der vordere
Teil des Bügels halbrund zurechtgefeilt. Auch alle übrigen Schnörkel
wurden konsequent mit dem Seitenschneider abgekniffen. Danach erhält
man eine zierliche Kupplung, die optisch überzeugt und technisch unseren
Bedürfnissen entspricht. Ist die Kupplung in der Höhe - hier empfiehlt
sich der Bau einer Kupplungslehre, die für alle Fahrzeuge den Standard
darstellt - justiert, lassen sich Wagen auch in leichten Kurven weich
ankuppeln.
Lokomotiven erhalten einen, aus Messingdraht gefertigten,
zierlichen Haken, der zwischen Bremsschläuchen und Puffertellern kaum
auffällt. Wer diese Mühe scheut, greift einfach auf einen normalen
KK-Kopf zurück, entfernt den Bügel und verjüngt den Haken. Fertig.
Das Original
Andreas Göke, der seine Fahrzeuge nach Reichsbahnvorbild mit
original Schraubenkupplungen versieht, hat sich etwas Besonderes
einfallen lassen. Die vordere Öse der Schraubenkupplung besteht aus
Eisen und lässt sich mit einem kleinen Magneten leicht über den
Haken des zu kuppelnden Wagen werfen. Außerdem bleiben die Lokomotiven zu der Märklin-Lösung kompatibel, da
bei ihnen eine
Konstruktion zur Anwendung kommt, die mit beiden Systemen kuppelbar ist.
Der Umbau (von Andreas Göke)
Wie entsteht aus einer großen unförmigen
Kupplung eine kleine zierliche, die zudem noch eine Vorentkupplung
besitzt?
Die Idee eine Kupplung so zu verkleinern,
dass Sie klein und zierlich aussieht, kam mir als ich zum wiederholten
Mal ein Fahrzeug, das mit einer Orginalkupplungsnachbildung ausgestattet
war, mit der Pinzette von der Anlage gerissen hatte. Um nicht jetzt alle
Gleise mit Entkupplern auszustatten, sollte es wenigstens eine Kupplung
mit Vorentkupplung sein.
Diese hat ja Märklin im Programm, aber wer
hat schon gerne eine Kupplung an sein Fahrzeug, die so groß ist, dass
wenn der Zug langsam aus einem Tunnel kommt, erst Eine halbe Stunde nur
Kupplung erscheint? Ich auf jeden Fall nicht. Also erst einmal den
Kupplungsbügel mit einer schlanken Zange an der Seite, wo nur die Öse
ist, ein wenig aufbiegen und vom Kunststoffteil entfernen. Nun vom
Kunststoffteil die beiden Nasen an der Stossplatte mit einem schlanken
Seitenschneider, möglichst einer mit einer Schneidenform ohne Wate,
abknipsen. Die breite der übrig gebliebenen Stossplatte sollte etwas
breiter sein als die lochbreite des Metallbügels. Das sieht doch schon
ganz gut aus.
Nun ist der Metallbügel dran. Mit einer
Trennscheibe für den Mikromotor, auf keinen fall mit dem guten
Seitenschneider!!, wird links und rechts das Material soweit abgetrennt
bis der verbleibende Steg die gleiche Breite hat wie der Quersteg des
Bügels. Ich benutze dafür Trennscheiben aus dem Dentalbereich, weil
diese nur 0.3 mm dick sind und dadurch beim Trennen nicht solch eine
Hitze entwickeln. Es sollte auch beachtet werden, dass für solch eine
Arbeit immer eine Schutzbrille getragen wird! Anschließend alles mit
einer feinen Feile entgraten. Nun kann der Metallbügel wieder eingebaut
werden, wobei man die Öse wieder zurück biegt und darauf achtet, dass
der Bügel leicht und von alleine wieder in seine Ausgangposition fällt.
Wer ein noch leichteres einkuppeln haben möchte, schrägt die fordere
Kante des Metallbügels an. Siehe Bild.

Schaut man sich die fertig zusammengebaute
Kupplung von der Seite an, stellt man fest, dass der Bügel schräg nach
unten zeigt. Das wird nun dadurch behoben, indem man mit der Flachzange
am Lochende den Bügel leicht nach oben biegt bis er wieder wagerecht zur
Kupplungsebene steht. Es folgt noch eine kleine Korrektur des
Vorentkupplungsbügels. Dieser sollte in der Höhe so sein, dass er nicht
oben oder unten übersteht, auch sollte man darauf geachtet werden, dass
ein einkuppelnder Bügel noch zwischen Vorenetkupplungsbügel und
Kupplungshaken passt. Nun kann man endlich die Kupplung einbauen.
Wichtig: Die Kupplung verliert die Funktion der Anlenkung der
Kurzkupplungsführung, deshalb sollte man den Kupplungsschacht festlegen
und an den Fahrzeugen Federpuffer einbauen.
Vor und Nachteile der Kupplung
Vorteil ist auf jeden Fall das zierliche
Aussehen der Kupplung. Ein butterweiches Einkuppeln! Es passen sogar
noch Bremsschläuche neben die Kupplung. Die Fahrzeuge fahren fast Puffer
an Puffer und können im vorentkuppelten Zustand geschoben werden. Noch
nicht umgerüstete Fahrzeuge können immer noch mit der neuen Kupplung
gekuppelt werden.
Nachteilig ist, dass die Gleislage der
Anlage so ausgelegt sein muss, dass die Puffer der Fahrzeuge nicht
überpuffern und die Kupplung nicht bei Wagen mit Gummiwulstimitation
nicht einsetzbar ist. Dort kann aber die normale Märklin-Kupplung
eingesetzt werden, denn diese lässt sich ja mit der neuen Kupplung
kuppeln. |